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Als im Jahre 2008 das Debüt „Red, Black And White“ vom LLOVESPELL-Nebenprojekt SUNDAY STRAIN auf Sonderübertragung erschien, war schon aufgrund der Limitierung von nur 149 Stück die Streuung recht gering. Trotzdem reichte der Achtungserfolg aus, um beim polnischen Wrotycz-Label Aufmerksamkeit zu erregen und wo nun auch der Nachfolger „Destiny.Done“ in weit aus größerer Auflage und im schicken Digipack erscheint. Das Projekt von Stephan S. (Ex-RADIO EICHENLAUB/LLOVESPELL) und Dorain W. (Ex-RAUM41/FORMFLEISCH) warf dafür den Ambient-Anteil im Sound komplett über Bord und fokussiert sich deutlich mehr auf blubbernde Trip Hop-Rhythmen und die dunkel-rauchige Stimme von Dorain. Hier werden (zumindest bei mir) deutliche Erinnerungen an die „Unidentified Light“-Phase von KIRLIAN CAMERA wach. Den absolut dominierenden Vocals ordnet sich die Musik bis auf eine instrumentale Ausnahme wie ein dämpfender Teppich fast völlig unter, was einen kompletten Gegensatz zum Hauptprojekt LLOVESPELL mit Mandie K. darstellt und SUNDAY STRAIN somit folgerichtig seine Berechtigung hat. Den einzelnen 9 Songs haftet dabei etwas Feierliches, ja fast schon Sakrales an und die Musik könnte locker als ein neues Genre namens Gothic Trip Hop durchgehen. Ob SUNDAY STRAIN damit genreübergreifend Fuß fassen können, ist leider mehr als fraglich, zu wünschen wäre es dem Duo allemal. Dass SUNDAY STRAIN aber auch weiterhin zur SUE-Familie gehören, zeigen allein schon die Fakten, dass Hans Johm für das kauzig-schöne Coverbild sowie für das Design des Digipacks verantwortlich war und Andreas Wahnmann von FIR§T LAW in seinem Secretlab das Mastering übernommen hat. (Marco Fiebag)